Hochzeitsbräuche, welche gibt es?
Hochzeitsbräuche – 15 liebevolle Traditionen mit Geschichte und Bedeutung
Wer an Hochzeitsbräuche denkt, hat meist sofort den Ringtausch oder den Hochzeitstanz im Kopf. Doch rund um den großen Tag gibt es unzählige weitere Traditionen – manche sind jahrhundertealt, andere nur in bestimmten Regionen bekannt und einige wirken heute fast ein bisschen kurios.
Als Hochzeitsfotografin begleite ich jedes Jahr ganz unterschiedliche Hochzeiten. Dabei begegnen mir immer wieder Bräuche, die ich vorher noch nie gesehen habe. Oft sind es liebevolle Familientraditionen, die seit Generationen weitergegeben werden. Genau diese kleinen Besonderheiten machen jede Hochzeit einzigartig.
Das Schönste daran? Kein Brauch ist Pflicht. Ihr dürft euch genau die Traditionen aussuchen, die zu euch, eurer Familie und eurer Geschichte passen.
1. Der Pfennig im Brautschuh
Ich selber habe zu meiner Hochzeit einen Pfennig in meinen Schuh gesteckt. Ja, manchmal bin auch ich Abergläubig und da ich die eine im Freundeskreis bin, die ständig vierblättrige Kleeblätter oder eben Pfennige auf der Straße findet, war für mich klar, irgendwas davon muss ich in meine Hochzeit integrieren.
Früher allerdings sparte die Braut schon lange vor der Hochzeit jeden Pfennig, um ihre Brautschuhe selbst bezahlen zu können. Das galt als Zeichen von Fleiß und Sparsamkeit.
Ein kleiner Glückspfennig im Schuh soll außerdem Wohlstand und eine glückliche Ehe bringen. Und eben das hab ich mich für meine Ehe gewünscht. ;-)
Heute steckt oft eine Münze als liebevolles Detail im Schuh – manchmal sogar ein Familienerbstück oder eine Glücksmünze aus dem Geburtsjahr.


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2. Regen am Hochzeitstag
Kaum etwas sorgt für mehr Nervosität als der Blick auf den Wetterbericht.
Dabei sagt ein alter Hochzeitsbrauch genau das Gegenteil: Regen soll Glück bringen.
Früher glaubte man, jeder Regentropfen stehe für einen zukünftigen Glücksmoment oder sogar für Wohlstand.
Als Hochzeitsfotografin kann ich außerdem verraten: Die schönsten Bilder entstehen manchmal genau dann, wenn das Wetter nicht perfekt ist.
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3. Etwas Altes, Neues, Geliehenes und Blaues
Dieser Brauch stammt ursprünglich aus England und hat längst seinen festen Platz auf vielen deutschen Hochzeiten gefunden.
Auch der Brauch hatte sich bei mir festgesetzt und so hab ich ihn, wenn auch sehr kurzfristig zu meiner eigenen Hochzeit vollendet. Das Geliehene habe ich noch am Trautag in der Familie erfragt, es wurde am Ende ein Perlenarmband meiner Mutter. Aber welche Bedeutung haben diese vier Dinge?
- Etwas Altes erinnert an die Familie und das bisherige Leben.
- Etwas Neues steht für den gemeinsamen Neuanfang.
- Etwas Geliehenes soll Glück schenken.
- Etwas Blaues symbolisiert Treue und Beständigkeit.
Viele Bräute integrieren diese vier Dinge ganz unauffällig in ihr Outfit – und machen daraus eine kleine Schatzsuche für ihre Trauzeugin.
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4. Baumstamm sägen
Direkt nach der Trauung wartet manchmal schon die erste gemeinsame Aufgabe.
Mit einer großen Säge muss das frisch verheiratete Paar gemeinsam einen Baumstamm durchsägen.
Der Brauch steht sinnbildlich dafür, zukünftige Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
Und ganz ehrlich? Dabei entstehen oft herrlich ehrliche Fotos – inklusive schallendem Gelächter.


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5. Die Morgengabe
Schon im Mittelalter erhielt die Braut am Morgen nach der Hochzeit ein persönliches Geschenk.
Damals diente die Morgengabe sogar als finanzielle Absicherung.
Heute wird daraus häufig eine liebevolle Überraschung: ein Schmuckstück, ein Brief oder eine kleine Aufmerksamkeit mit persönlicher Bedeutung.
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6. Über die Schwelle tragen
Früher glaubte man, unter der Türschwelle würden böse Geister wohnen.
Damit diese der Braut nichts anhaben konnten, trug der Bräutigam sie kurzerhand hinüber.
Heute ist daraus vor allem ein romantischer Moment geworden – und ein Klassiker für das Hochzeitsalbum.
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7. Die Ehrenpforte
Vor allem in ländlichen Regionen Norddeutschlands schmücken Nachbarn oder Vereine den Eingang des Brautpaares mit einer Ehrenpforte aus Tannengrün, Blumen oder Birkenzweigen.
Sie soll Glück bringen und das Paar feierlich in den neuen Lebensabschnitt begleiten.
Wer durch eine solche Pforte läuft, merkt schnell: Hier freut sich das ganze Dorf mit.


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8. Die Hochzeitskerze
Viele Paare gestalten eine eigene Hochzeitskerze mit ihren Namen und dem Hochzeitsdatum.
Während der Trauung wird sie gemeinsam entzündet und später zu besonderen Anlässen – etwa am Hochzeitstag – erneut angezündet.
Eine schöne Tradition, die weit über den Hochzeitstag hinaus begleitet.
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9. Autoschleifen
Weiße Schleifen am Auto zeigen schon von Weitem: Hier wird geheiratet!
Früher sollten sie böse Geister fernhalten, heute gehören sie einfach zu den kleinen liebevollen Details einer Hochzeitsgesellschaft.



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10. Brot und Salz – ein Geschenk mit großer Bedeutung
Kaum ein Hochzeitsgeschenk hat eine längere Tradition.
Brot steht für die Hoffnung, dass es dem Brautpaar niemals an Nahrung fehlt. Salz galt früher als besonders wertvoll und symbolisiert Wohlstand, Beständigkeit und Glück. Bei einer Hochzeit im Sommer, war ich auch endlich Teil eines solchen Brauches.
Gerade in Norddeutschland wird Brot und Salz auch heute noch gerne zur Hochzeit verschenkt – oft hübsch verpackt in einem kleinen Körbchen oder Säckchen. Das Heinrich Heine Haus in Lüneburg hält auch ein kleines Säckchen für euch parat.


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11. Kranzbinden
Vor allem im Norden Deutschlands treffen sich Freunde, Nachbarn oder Vereine vor der Hochzeit zum gemeinsamen Kranzbinden.
Dabei entstehen wunderschöne Ehrenkränze aus Tannengrün, Buchsbaum oder Blumen.
Ganz nebenbei wird natürlich auch viel gelacht, erzählt – und meistens gut gegessen.
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12. Brautentführung
Besonders in Bayern und Österreich ist dieser Brauch bis heute bekannt.
Freunde “entführen” die Braut während der Feier in eine Gaststätte oder an einen anderen Ort. Der Bräutigam muss sie suchen und traditionell die Rechnung übernehmen.
Nicht jedes Brautpaar mag diesen Brauch – deshalb sollte er vorher gut überlegt sein.



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13. Die Zeitkapsel
Ein moderner Hochzeitsbrauch, der immer beliebter wird.
Das Brautpaar schreibt sich Briefe, legt Fotos oder kleine Erinnerungen in eine Box und öffnet sie erst nach fünf oder zehn Jahren.
Eine wunderschöne Möglichkeit, den Hochzeitstag später noch einmal gemeinsam zu erleben. (Wieso bin ich nicht eher darauf gekommen? Das hätte ich auch sehr schön gefunden!)
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14. Wunschsteine statt Luftballons
Während früher häufig Luftballons oder sogar Tauben in den Himmel geschickt wurden (Luftballons landen leider selten da, wo sie landen sollen und so verfangen sich Wildtiere und auch Freigänger in Überresten. Tauben werden zum Teil nur für diesen Moment gezüchtet, sie finden nicht wieder nach Hause und verenden qualvoll in der „Freiheit“.), entscheiden sich heute viele Paare bewusst für nachhaltigere Alternativen. Beliebt sind Wunschsteine, kleine Holzherzen oder Karten, die später in einem Erinnerungsbuch oder einer Erinnerungskiste gesammelt werden.
So bleibt der Gedanke erhalten – ganz ohne Auswirkungen auf die Umwelt. <3



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15. Eigene Familienbräuche
Vielleicht der schönste Hochzeitsbrauch überhaupt.
Nicht jede Tradition stammt aus einem Buch.
Manche Familien backen jedes Jahr denselben Kuchen, andere schenken einen besonderen Glücksbringer weiter oder stoßen mit einem alten Familienrezept an.
Gerade diese kleinen Rituale erzählen oft die schönsten Geschichten – weil sie nirgendwo nachzulesen sind und nur zu euch gehören.



Welche Hochzeitsbräuche passen zu euch?
Nach vielen begleiteten Hochzeiten habe ich eines gelernt: Die schönsten Hochzeiten sind nicht die, auf denen möglichst viele Traditionen eingehalten werden.
Es sind die Hochzeiten, bei denen sich das Brautpaar bewusst für die Bräuche entscheidet, die sich richtig anfühlen.
Vielleicht ist das ein Glückspfennig im Schuh. Vielleicht eine selbst gestaltete Hochzeitskerze. Oder vielleicht entsteht eure ganz eigene Tradition, die ihr eines Tages an eure Kinder oder Enkel weitergebt.
Denn genau so entstehen die schönsten Geschichten.
Interesse geweckt und noch auf der Suche nach eurer passenden Hochzeitsfotografin?
Dann meldet euch gerne unverbindlich.
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Häufige Fragen zu Hochzeitsbräuchen
Welcher Hochzeitsbrauch bringt Glück?
Besonders bekannt sind der Glückspfennig im Brautschuh, Brot und Salz als Geschenk oder der Brauch „Etwas Altes, Neues, Geliehenes und Blaues“.
Welche Hochzeitsbräuche gibt es in Norddeutschland?
Typisch sind Ehrenpforten, Kranzbinden, Brot und Salz als Geschenk sowie regional organisierte Nachbarschaftsbräuche.
Welche Hochzeitsbräuche sind heute modern?
Zeitkapseln, persönliche Eheversprechen, Hochzeitskerzen oder nachhaltige Wunschrituale gehören zu den beliebtesten modernen Traditionen.
Muss man Hochzeitsbräuche befolgen?
Nein. Jede Hochzeit ist individuell. Die schönsten Bräuche sind die, die zu euch und eurer Geschichte passen.




