Elegante Fotografie aus Norddeutschland

Eure Fotografin aus Lüneburg für Hochzeit, Portrait & Boudoir

Wer bin ich in der Fotografie

Wer bin ich, wäre eine Frage, die man eigentlich auf der „über mich“- Seite lesen könnte, aber ich wollte euch einen tieferen Einblick darüber verschaffen, wie ich dahin gekommen bin, wo und wer ich jetzt bin. Und warum ich Cosplay-Fotografin bin, mich aber nicht in der Fantasy-Fotografie sehe.

Ich fing vor einigen Jahren ganz klein, ganz unscheinbar als Hobbyfotografin an. Stillleben würde man es wohl nennen. Keine Emotion, keine Bewegung. Das hat ganz zu Anfang gereicht, um Technik und Kamera kennenzulernen. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht mal davon überzeugt, dass ich je Menschen fotografieren würde. Das war nie der Plan. Selbstständigkeit war nie ein Gedanke. Gar nicht. (PS: Das Stillleben emotionslos ist, hätte ich früher gedacht, heute weiß ich, dass jedes Bild Emotionen übertragen kann.)

So kam es, dass das Stillleben doch irgendwann langweilig wurde. „Emotionslos“ und steif. Nicht, dass mich die Bilder nicht mehr berührten, aber ich wollte mehr, wollte testen, ob mein Gelerntes auch auf den Menschen übertragbar ist. Wollte Menschen glücklich machen, mit einem (eigenen) Bild. Wollte am Ende des Tages eine Emotion zurück bekommen.

Also fing ich an, die ersten Menschen vor meiner Kamera zu quälen. ;-)
Ich hab wirklich ganz typisch klischeehafte Themen fotografiert, Themen, für die ich mich heute vielleicht ein klein bisschen schäme. Also vergessen wir die und springen gleich zu den ersten „richtigen“ Stilen und Richtungen. ;-P

Cosplay ist nicht gleich Fantasy?

Da ich Anime/Manga-Addicted bin, war die Cosplay-Fotografie dann ganz bald danach ziemlich naheliegend und mit der Cosplay-Fotografie tauchte ich auch immer weiter in die Fantasy-Fotografie ein.
Laura Helena Photography war zu der Zeit grad groß im Kommen und ich besuchte meinen ersten Workshop, der hier und da wirklich sehr lehrreich für mich war, zumindest brachte es mich in Photoshop endlich ein Stück weiter. Da ich dachte, dass Cosplay- und Fantasy-Fotografie doch irgendwie ähnlich waren, blieb ich eine Zeit lang bei der Idee „Fantasy- und Cosplay-Fotografin“ zu sein. Der Gedanke wurde mir allerdings immer öfter, mit dem Kontakt zu anderen Fantasy-Fotografen, genommen.

Diese wollten oft nicht mit Cosplay-Fotografen verglichen werden oder haben aber zumindest einen Strich unter beidem gezogen. „Das ist was anders“ hab ich oft zu hören gekriegt. Mit dieser Barriere, dem Unverständnis in mir, wusste ich nicht, wo ich in der Fotografie hin wollte, fühlte mich nicht „cool“ mit dem Fantasy-Gedanken, hatte nicht das Gefühl, in der Fantasy-Fotografie angekommen zu sein. Vielleicht, weil ich aber auch nicht kreativ genug war, vielleicht weil die Fantasy-Fotografie eine „Nische“ war, in der ich mich als Person nicht wieder finden konnte, vielleicht weil der Gedanke, dass man sich „Besonderer“ oder „anders als andere“ sehen müsste, für mich nicht passte . Diesen „Flair“, dieses „Besondere“, das die Menschen, aber ganz besonders auch die Fotografen noch heute versprühen, das hab ich nicht und konnte ich über die Jahre auch nicht entwickeln.

Allerdings fing ich in dem Verlauf auch an darüber nachzudenken, ob Fotografie DAS ist. Ein Nischendenken. Ein „Ich bin dies oder das, aber das nicht. Und in dem, was ich bin, bin ich ganz besonders Besonders und genau deshalb solle man mich buchen.“
Musste man sich als Fotograf entscheiden?
Musste man das, um Kunden eine Orientierung zu geben?
Und außerdem … ich versuch es möglichst nett zu formulieren, wirklich … schlich sich noch ein anderer Gedanke ein:
Muss man unnahbar sein? Denn, wenn man „besonders“ ist, ist man eben auch ganz oft unnahbar (zumindest hatte ich das für mich so wahrgenommen) und gerade für Menschen, die kein so ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben, muss es doch unheimlich schwierig sein, sich dabei wohl zu fühlen? Aber ich wollte vor allem eines, nämlich, dass man sich als Kunde in meiner Nähe wohl fühlt.
Oder sollte man einfach Dienstleister sein und gut? War man am Ende bloß selbstständig, um Dienstleister zu sein? Und man sollte dieses Gefühlsding einfach ausschalten?

Damit tat ich mich schwer. Sehr schwer. So schwer, dass der Gedanke aufzuhören, wenn das die Fotografie mit sich bringen würde, kurz aufblitzte.

Also befasste ich mich immer öfter mit „ganz normaler“ Portraitfotografie. Ich wollte ganz „normale“ Menschen ansprechen. Wollte mich nicht „besonderer“ gestalten, um „angehimmelt“ zu werden. Ich wollte oder will nicht über jemandem stehen oder auch nur das Gefühl vermitteln, dass ich es täte. Aber vor allem wollte ich als Mensch andere nervöse Menschen abholen, Menschen die vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht haben vor anderen Fotografen oder generell Dienstleistern oder im allgemeinen einen Selbstbewusstseinsschub in ihrer Persönlichkeit brauchten. Das geht, zumindest für mich, nicht, wenn ich „besonders“ bin, wenn ich trocken, seriös und unnahbar bin, kann ich kein angenehmes Gefühl vermitteln.

Aber das Gefühl, nervös sein zu müssen, hatte ich bei vielen Fotografen bis zu dem Zeitpunkt. Hatte nicht das Gefühl, dass das Augenmerk darauf lag, einen nervösen Kunden zu beruhigen, sondern darauf etwas Besonderes zu zaubern. Und ich war nicht mal Kunde, sondern selber Fotografen-Kollege, ich hätte mir also nie vorstellen können selber nervöser Kunde zu sein. ich hätte mich nie „abgeholt“ gefühlt.
Natürlich möchte jeder nach einem Shooting besonders sein, sich besonders fühlen. Aber ich wollte niemanden besonders „basteln“, sondern das Gefühl vermitteln, dass er schon besonders ist oder es mit Hilfe sein kann oder eben auch gar nicht besonders sein muss, sondern „er/sie“ bleiben kann, wenn er/sie möchte. Ich wollte flexibel bleiben.

FANTASIE-FOTOGRAFIE WAR also NICHT MEINeS

Ich fand neben den ganzen Fotografen, die sich im Portraitbereich befanden, dann Jean Noir und das erste Mal hatte ich das Gefühl, er spiegelt das wieder, was ich unter anderem sein wollte. Nahbar und authentisch…Das Wort, was jeder auf Instagram nutzt, aber selten einhält. Also eigentlich bloß ein Mensch „zum Anfassen“. Der Fotograf von „nebenan“.

Ich hatte also auch bei diesem Fotografen einen Workshop gebucht und schon der Kontakt war viel „näher“ als er je anderswo war. Wir wurden zum Klönschnack den Abend vorm Workshop eingeladen, nur um schon mal „warm“ zu werden, wir frühstückten den morgen alle zusammen bei ihm, und generell hatte man einen viel tieferen, persönlicheren Eindruck, was ihn als Fotografen und Person ausmacht.
Das wollte ich sein, das wollte ich für meine Kunden auch sein.
Und er zeigte, dass das ging. Das man als Fotograf so sein konnte, ohne „unseriös“ zu wirken.

Bedauerlich, dass ich dafür einen „Vorreiter“ brauchte, um zu erkennen, dass ich mich damit viel besser identifizieren kann, aber manchmal braucht man eben einen Schubs von außerhalb. Vielleicht auch einen Schubs von jemand „Berühmteren“, um zu sehen, dass diese Art wirklich funktioniert.

Zum Schluß sei gesagt, alle anderen Arten von Fotografie haben natürlich ihre Daseinsberechtigung, auch die Fantasie-Fotografie! Für jeden Kunden gibt es den passenden Fotografen. Und für jeden Fotografen die passenden Kunden.
Ich wollte oder konnte das eine nicht und musste lernen, dass das andere trotzdem ging. Für jeden Fotografen ist der eine Weg der für ihn Richtige. Man muss ihn für sich nur manchmal erst finden…

Ich habe meinen Weg bis hier hin gefunden.
Das bin ich, Cosplayfotografin, Hochzeitsfotografin, Portraitfotografin, Boudoirfotografin, Familienfotografin … einiges nur eben keine Fantasy-Fotografin.


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